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Die Wissenschaft hinter einem Terrarium-Ökosystem

  • 4 Min. Lesezeit

Wie erhält sich ein geschlossenes Terrarium von selbst? Entdecke den Wasser-, Gas- und Nährstoffkreislauf hinter diesem faszinierenden Mini-Ökosystem.

Die Wissenschaft hinter einem selbsterhaltenden Ökosystem im Glas

Dome XL Bonsai geschlossenes Glasterrarium mit einem Wassertropfen im Becherglas und einer Luftpflanze auf einem Steinregal

Ein geschlossenes Terrarium hält sich dank dreier natürlicher Kreisläufe am Leben, die gleichzeitig in derselben Glashülle ablaufen: der Wasserkreislauf (Verdunstung und Kondensation), der Gaskreislauf (Photosynthese und Atmung) und der Nährstoffkreislauf (Abbau organischen Materials durch Bodenlebewesen). Solange diese drei Prozesse im Gleichgewicht bleiben, braucht ein Terrarium kaum Pflege. In diesem Artikel erklären wir, wie jeder dieser Kreisläufe funktioniert und warum ein gut zusammengestelltes Terrarium dadurch jahrelang bestehen kann.

Der Wasserkreislauf: ein Regenwald im Kleinen

Tagsüber erwärmt sich das Glas, und Feuchtigkeit verdunstet aus der Erde und den Blättern der Pflanzen. Dieser Wasserdampf steigt auf, trifft weiter oben auf das kühlere Glas und kondensiert dort zu kleinen Tropfen - ganz ähnlich, wie Wolken in der Atmosphäre entstehen. Sobald die Tropfen schwer genug sind, laufen sie am Glas herunter und 'regnen' zurück auf die Erde. So zirkuliert nahezu das gesamte jemals hinzugefügte Wasser innerhalb des geschlossenen Systems, statt in die Außenluft zu verdunsten - deshalb reicht Gießen oft nur ein paar Mal im Jahr.

Der Gaskreislauf: Photosynthese und Atmung im Gleichgewicht

Tagsüber wandeln Pflanzen mithilfe von Licht Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff und Zucker um (Photosynthese) und verbrauchen nachts einen Teil dieses Zuckers und Sauerstoffs wieder für ihre eigene Atmung. Auch das Bodenleben - kleine Organismen, die abgestorbene Pflanzenteile abbauen - verbraucht Sauerstoff und produziert Kohlendioxid. In einem gesunden, ausgeglichenen Terrarium ergänzen sich diese beiden Prozesse weitgehend, sodass kaum Gasaustausch mit der Außenluft nötig ist. Genau deshalb bleibt ausreichend (indirektes) Licht für ein geschlossenes Terrarium unverzichtbar, auch wenn das System ansonsten vollständig abgeschlossen wirkt.

Der Nährstoffkreislauf: Abbau und Wiederverwertung

Abgefallene Blätter, alte Wurzeln und Moos werden im Terrarium langsam von Bakterien und Pilzen in der Erde abgebaut. Bei diesem Abbau werden Mineralien und Nährstoffe freigesetzt, die die Pflanzen anschließend über ihre Wurzeln wieder aufnehmen. So entsteht ein geschlossener Nährstoffkreislauf, ähnlich dem Boden eines tropischen Waldes, wo totes organisches Material laufend in neue Nahrung für lebende Pflanzen umgewandelt wird.

Eine Idee mit langer Geschichte

Die Idee eines selbsterhaltenden Ökosystems im Glas ist nicht neu. Bereits 1829 entdeckte der britische Arzt und Botaniker Nathaniel Bagshaw Ward zufällig, dass Pflanzen in einem verschlossenen Glaskasten jahrelang wachsen konnten, ohne jemals gegossen zu werden - der sogenannte Wardsche Kasten. Diese frühe Entdeckung des Wasserkreislaufs in einer geschlossenen Glasumgebung legte den Grundstein für das, was wir heute ein Terrarium nennen, und die zugrunde liegenden naturwissenschaftlichen Prinzipien haben sich seitdem nicht verändert.

Warum ein guter Schichtaufbau entscheidend ist

Diese drei Kreisläufe funktionieren nur dann gut zusammen, wenn der Schichtaufbau im Glas stimmt. Ganz unten sorgt eine Schicht Blähton für Drainage, damit überschüssiges Wasser nicht an den Wurzeln stehen bleibt. Darüber verhindert eine Schicht Aktivkohle, dass sich Abfallstoffe und Gerüche im stehenden Wasser ansammeln. Erst danach kommt die Erde mit den Pflanzen selbst. Unser Dome XL Bonsai Terrarium ist genau mit diesem Aufbau zusammengestellt, mit einer Ficus Ginseng Bonsai, einem Farn und einer Fittonia Ruby Lime, die von Natur aus gut innerhalb eines solchen geschlossenen Systems zusammenarbeiten.

Warum die richtige Pflanzenwahl das Ökosystem stabil hält

Nicht jede Pflanze passt gleich gut in diese Kreisläufe. Pflanzen, die von Natur aus auf einem feuchten Waldboden wachsen - wie Farne und Fittonien - haben ein langsames, kompaktes Wachstum und eine Photosynthese, die gut auf das indirekte Licht in einem Terrarium abgestimmt ist. Wählst du stattdessen eine Pflanze, die an trockene, sonnige Bedingungen angepasst ist, geraten die Kreisläufe schneller aus dem Gleichgewicht: Überschüssige Feuchtigkeit bleibt dann zum Beispiel ungenutzt stehen, wodurch Fäulnis und Schimmel entstehen. Entdecke unsere vollständige Terrarium Kollektion mit fertigen Ökosystemen, die bereits auf dieses Gleichgewicht abgestimmt sind.

Wie lange erhält sich ein Terrarium-Ökosystem selbst?

Solange die drei Kreisläufe im Gleichgewicht bleiben, kann ein geschlossenes Terrarium jahrelang fast eigenständig weiterwachsen. Es ist trotzdem üblich, das Glas etwa einmal im Monat für ein paar Stunden zu öffnen: Das erneuert die Luft, verhindert, dass sich Kohlendioxid oder Feuchtigkeit zu stark anstauen, und gibt dir die Gelegenheit, abgestorbene Blätter zu entfernen, bevor sie den Nährstoffkreislauf aus dem Gleichgewicht bringen. Möchtest du mehr darüber lesen, wie ein vollständig verschlossenes System in der Praxis funktioniert? In unserem Artikel über ein verschlossenes Garten-Ökosystem in einer Glasflasche zeigen wir, wie diese Kreisläufe in einem vollständig geschlossenen Aufbau aussehen.

Häufig gestellte Fragen

Braucht ein geschlossenes Terrarium wirklich keinen Sauerstoff von außen?

In der Praxis kaum. Photosynthese am Tag und Atmung in der Nacht ergänzen sich in einem ausgeglichenen Terrarium weitgehend, sodass kaum Gasaustausch mit der Außenluft nötig ist.

Warum braucht ein geschlossenes Terrarium trotzdem Licht?

Ohne Licht kann keine Photosynthese stattfinden, und ohne Photosynthese stoppt die Sauerstoffproduktion, auf die Pflanzen und Bodenleben angewiesen sind. Licht bleibt also unverzichtbar, auch wenn das System ansonsten geschlossen ist.

Was passiert, wenn die Kreisläufe aus dem Gleichgewicht geraten?

Meist zeigt sich zuerst zu viel Feuchtigkeit (Kondenswasser, Schimmel) oder ein Nährstoffmangel (vergilbende Blätter). Eine falsche Pflanzenwahl oder eine beschädigte Drainageschicht sind die häufigsten Ursachen.

Wie lange kann sich ein Terrarium auf diese Weise halten?

Mit einem guten Schichtaufbau und den richtigen Pflanzen - wie der Ficus Ginseng Bonsai, dem Farn und der Fittonia Ruby Lime im Dome XL Bonsai Terrarium - kann ein geschlossenes Terrarium jahrelang fast eigenständig weiterwachsen.

Möchtest du diese drei Kreisläufe selbst am Werk sehen? Das Dome XL Bonsai Terrarium zeigt genau, wie Wasserkreislauf, Gaskreislauf und Nährstoffkreislauf im Gleichgewicht in einem einzigen Glasgefäß zusammenkommen.


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