Warum ist mein Terrarium voller Kondenswasser?
Ein wenig Kondenswasser am Glas ist völlig normal und zeigt, dass dein geschlossenes Terrarium funktioniert. Wasser verdunstet, trifft auf das kühlere Glas, läuft zurück in die Erde und der Kreislauf beginnt von Neuem. Du musst erst eingreifen, wenn das Glas tagelang so stark beschlagen ist, dass du die Pflanzen nicht mehr sehen kannst, oder wenn du Schimmel entdeckst.

Diese Frage kommt besonders im Herbst häufig auf. Die Heizung wird eingeschaltet, wodurch die Räume wärmer werden, während die Fenster kälter werden. Durch diesen größeren Temperaturunterschied bildet sich mehr Kondenswasser am Glas, obwohl sich an deinem Terrarium selbst nichts verändert hat.
Wann ist Kondenswasser normal?
Kondenswasser, das kommt und wieder verschwindet, ist normalerweise ein gutes Zeichen. Häufig beschlägt das Glas morgens und wird im Laufe des Nachmittags wieder klar. Manchmal bildet sich vor allem auf der zum Fenster gerichteten Seite Kondenswasser. Solange die Pflanzen gesund aussehen und du im Laufe des Tages irgendwann gut in das Terrarium schauen kannst, musst du nichts tun. Auch kleine Wassertropfen, die an der Innenseite des Glases herunterlaufen, sind normal. Das zeigt, dass der natürliche Wasserkreislauf funktioniert.
Wann ist zu viel Wasser im Terrarium?
Ein Problem kann vorliegen, wenn das Glas den ganzen Tag vollständig beschlagen bleibt, sich Wasser unten über der Drainageschicht sammelt oder die Blätter gelb und weich werden. Das bedeutet normalerweise, dass sich mehr Wasser im Ökosystem befindet, als die Erde aufnehmen kann.
Die Lösung ist einfach. Entferne den Korken oder Deckel und lasse das Terrarium einige Stunden offen stehen – bei sehr viel Feuchtigkeit maximal einen Tag. Trockne die Innenseite des Glases mit einem trockenen Tuch oder etwas Küchenpapier an einem Stab. Verschließe das Terrarium anschließend wieder und beobachte es etwa eine Woche lang. Wiederhole den Vorgang bei Bedarf, aber vermeide es, das Terrarium jeden Tag zu öffnen. Schließlich soll ein geschlossenes Terrarium seine Feuchtigkeit weitgehend selbst regulieren.
Wann ist das Terrarium zu trocken?
Auch das Gegenteil kann vorkommen, besonders im Winter. Wenn du eine Woche oder länger überhaupt kein Kondenswasser siehst und die Erde trocken und hell aussieht, benötigt das Terrarium möglicherweise etwas Wasser. Gib nur kleine Mengen hinzu, zum Beispiel einen Esslöffel oder einige Sprühstöße, und warte ein bis zwei Tage, bevor du weiteres Wasser hinzufügst. Zu viel Wasser lässt sich deutlich schwieriger korrigieren als zu wenig.
Was tun bei Schimmel?
Weiße, flauschige Stellen auf der Erde oder auf Holz kommen bei neuen Terrarien häufiger vor und verschwinden manchmal von selbst, sobald sich das Ökosystem stabilisiert hat. Entferne sichtbar verschimmeltes Material sowie abgestorbene Blätter, da sich Schimmel von verrottendem organischem Material ernährt. Lasse den Deckel anschließend etwa einen Tag offen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Grauer Schimmel, der sich auf lebenden Blättern ausbreitet, sollte schneller behandelt werden. Entferne die betroffenen Blätter, lüfte das Terrarium ein bis zwei Tage und stelle es an einen etwas kühleren und helleren Standort. Ein geschlossenes Terrarium sollte jedoch niemals in direktem Sonnenlicht stehen.
Sinnvolle Kontrollen im Herbst
- Stelle das Terrarium nicht direkt neben oder über einen Heizkörper. Direkte Wärme auf dem Glas kann zusätzliche Kondensation verursachen.
- Stelle es nachts nicht auf eine kalte Fensterbank, da dort besonders große Temperaturschwankungen entstehen können.
- Schneide Pflanzen zurück, die gegen das Glas wachsen. Blätter, die dauerhaft nasses Glas berühren, können schneller faulen.
- Reinige auch die Außenseite des Glases. Manchmal ist Staub außen und nicht Kondenswasser innen der Grund dafür, dass das Terrarium trüb aussieht.
Steht dein Terrarium bereits seit einer oder mehreren Saisons und sieht es eher müde als zu feucht aus? Mit einem Nachfüllset mit frischem Moos und neuen Pflanzen kannst du es auffrischen, ohne komplett neu anzufangen. Einige einfache Pflegewerkzeuge, insbesondere eine lange Pinzette und eine kleine Schere, erleichtern außerdem das Schneiden und Pflegen der Pflanzen in einer schmalen Flasche.
Kurz zusammengefasst
Kondenswasser, das im Laufe des Tages kommt und wieder verschwindet, bedeutet normalerweise, dass dein Terrarium richtig funktioniert. Eingreifen solltest du erst, wenn das Glas überhaupt nicht mehr klar wird, sich Wasser am Boden sammelt oder die Blätter weich werden. Lüfte das Terrarium in diesem Fall vorübergehend. Halte es im Herbst von Heizkörpern und kalten Fenstern fern – dann reguliert sich das Ökosystem in den meisten Fällen von selbst.